Wissen - Ernährung

Grünfutter kaufen oder aussäen

Besonders im Winter findet man in der Natur kaum etwas für die Nymphensittiche. Gräser, Vogelfutterpflanzen und frische Äste sind Mangelware. Dennoch benötigen die Nymphensittiche Frischkost. Obst und Gemüse nehmen nicht alle von ihnen an. So kann man folgende Möglichkeiten ausprobieren.

Golliwoog

Der Golliwoog ist wohl eine der beliebtesten Pflanzen bei Vögeln. Golliwoog ist der Markenname für Callisia repens, die auch als Zimmerpflanze verkauft wird. Kaum ein Vogel kann ihr widerstehen. Man bekommt sie unter verschiedenen Namen in vielen Zoogeschäften in Töpfen zu kaufen. Die großen Ketten haben sie fast immer vorrätig.

Im Blumenhandel sollte man sie für Tiere jedoch nicht erwerben. Zimmerpflanzen werden oft mit Hormonen und Dünger oder gar Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt, so dass sie ungeeignet sind.

Hat mein kein Zoogeschäft vor Ort, welches die Pflanzen führt oder besorgen kann, so gibt es verschiedene Onlineversender, wo man sie bestellen kann. Meist kommen die Pflanzen auch wohlbehalten an.

Die Vermehrung von Golliwoog erfolgt über Stecklinge. Abgebrochene Teile kann man also einfach in die Erde stecken und selber Pflanzen nachziehen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und ein heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung sorgen für ein gutes Wachstum.

Katzengras und Weizenwiese

Aus Weizenkörnern entsteht meist das im Zoohandel erhältliche Katzengras. Es ist also eine Weizenwiese. Auch die kann man selber ziehen. Hierzu weicht man den Weizen über Nacht in Wasser ein und lässt ihn einen Tag keimen. Die Keimlinge steckt man dann in Anzucht- oder Vogelerde. Diese Erden sind gar nicht oder nur sehr wenig gedüngt.

Nach kurzer Zeit wächst das Gras aus der Erde. Ist es lang genug kann man den gesamten Topf in die Voliere stellen. Die Vögel nehmen das meist sehr gut an. Ein Minigewächshaus kann man verwenden, zwingend notwendig ist es aber nicht.

Möchte man sich diese Arbeit sparen, so findet man im Zoobedarf Töpfe mit Katzengras. Auch diese kann man den Vögeln anbieten. Man sollte allerdings darauf achten, den Topf wieder zu entfernen, sobald die Tiere beginnen in der Erde zu scharren. Hier bilden sich häufig Schimmelsporen, die man nicht sieht, den Vogelorganismus aber stark belasten und im Ernstfall unheilbar an Aspergillose erkranken lassen können.

Ist einem das zu unsicher, bleibt die Verwendung eines Weizengrassiebes, wie man sie in Reformhäusern und Bioläden findet. Hier wird keine Erde genutzt und die Gefahr von Schimmelsporen ist geringer. Anstatt der teuren Siebe, kann man auch im Küchenbedarf nach passenden Sieben schauen oder im Zuchtbedarf bei den Keimutensilien.

Frische Oase - Anzuchtgewächshäuser

Die Frische Oase von JR Farm ist ein hübsches und stabiles kleines Gewächshaus für die Anzucht von Saaten, die für Vögel und Nager geeignet sind. So ein Minigewächshaus unterstützt das Wachstum dadurch, dass eine höhere Luftfeuchtigkeit gegeben ist. Es erfordert jedoch ein wenig Übung das richtige Maß an Gießwasser und Belüftung zu finden. Die Erdtabletten in den Töpfchen sorgen für eine gute "Atmung" und die richtig Erde.

Die Erdtabletten und die Anzuchttöpfe findet man im Gartenbedarf sicherlich günstiger als im Zoogeschäft, aber davon abgesehen ist es eine tolle Sache, um die Vögel im Winter mit frischem Grün zu versorgen. Auch die Saatentütchen, die man nachkaufen kann, sind recht teuer. Hier kann man jedoch auch Einzelsaaten verwenden, die man bei den Futterversendern in größeren Mengen wesentlich günstiger kaufen kann (auf Keimfähigkeit achten!). Vielleicht kann man sich die Packungen mit Gleichgesinnten im Umfeld teilen. Auch Nagerhalter ziehen Grünfutter häufig selber.

Autor: Susi, letztes Update: 21.12.2012