Nymphensittich Wegweiser > Wissen > Krankheiten > Medikamente geben

Wissen - Krankheiten

Medikamente geben

Warum man ein Antibiotikum direkt in den Schnabel gibt

1 ml Plastikspritze
1 ml Plastikspritze

Wurde von einem vogelkundigen Tierarzt eine Krankheit diagnostiziert, ist es oftmals nötig dem Vogel Medikamente zu verabreichen. Eine genaue Dosierung ist wichtig, insbesondere, wenn es sich um Antibiotika handelt. Nymphensittiche trinken sehr wenig, weshalb eine Gabe über das Trinkwasser ausfällt, wenn das Mittel genau zu dosieren ist.

Bei einer Gabe von Antibiotika über das Trinkwasser ist eine Unterdosierung möglich. Der benötigte Wirkstoffpegel wird möglicherweise nicht erreicht und die Bakterien werden nicht abgetötet. Dazu können sich die überlebenden Bakterien so verändern, dass das eingesetzte Antibiotikum nicht mehr wirkt. Die Bakterien werden resistent gegen das Antibiotikum. Dies kann auch dann passieren, wenn zwar die richtige Menge gegeben wurde, die Behandlung aber zu früh abgebrochen wird. Antibiotika sind daher genau zu dosieren und in der verordneten Dauer anzuwenden.

Die andere Möglichkeit bei einer ungenauen Gabe von Antibiotika ist eine Überdosierung. Wählt man die Gabe über das Trinkwasser und der Nymphensittich trinkt ungewöhnlich viel, kann es zu einer Überdosierung kommen. Dies ist bei Nymphensittichen ein eher unwahrscheinlicher Fall, doch je nach Krankheit möglich. Jedes Medikament belastet vor allem die Leber und die Nieren. Da diese ohnehin oft ein Schwachpunkt bei Nymphensittichen sind, sollte man Medikamente niemals überdosieren. Aus gleichem Grund sollte auch nur der Vogel behandelt werden, der krank ist und nicht auch sein gesunder Partner oder gar der gesamte Schwarm.

Antibiotika gibt man daher in den Schnabel oder lässt es durch den vogelkundigen Tierarzt spritzen. Die Gabe in den Schnabel kostet besonders dann Überwindung, wenn man es zum ersten Mal machen muss. Mit etwas Übung ist es aber halb so wild.

Merke!

Merke!

Gib ein Antibiotikum immer in den Schnabel und über den verordneten Zeitraum. Eine begonnene Behandlung muss zur Vermeidung von Resistenzen wie verordnet beendet werden. Lasse keine Gabe aus und halte gleichmäßige Zeitabstände ein!

Behandle keine Vögel mit, bei denen keine Bakterieninfektion nachgewiesen wurde.

Zum Tierartzbesuch wurde der Nymphensittich oft schon in einen kleineren Käfig umgesetzt. Hat man eine Transportbox genutzt, kann man den Vogel in einen kleineren Käfig, den Krankenkäfig, umsetzen.

Die Transportbox stellt man dazu in den Käfig (Oberteil abnehmen) und wartet bis der Nymphensittich selbst heraus kommt und sich auf eine Stange setzt. Nun nimmt man ihn samt Oberteil hoch und nimmt die Box von unten heraus. Dann verbindet man Ober- und Unterteil wieder miteinander. So ist ein stressfreies Umsetzen möglich. Das der Vogel herunter fliegt oder klettert widerspricht seinem Instinkt und ist daher unwahrscheinlich.

Für die Zeit, wo er (mehrmals) täglich gegriffen werden muss, bleibt er am besten in dem kleineren Käfig. Das ist weniger Stress für den kranken Vogel, den Rest des Schwarms und auch für den Halter. Das Risiko von Ansteckung und Nutzen ist abzuwägen und eventuell der Partnervogel hinzuzusetzen.

Autor: Susi, 08.12.2008