Geschlechtsbestimmung - Hahn oder Henne?

 

Das Geschlecht seines Nymphensittichs interessiert jeden Halter schon von Beginn an, da man einen passenden Namen aussuchen möchte. Gerade bei noch ganz jungen Nymphensittichen ist die Unterscheidung jedoch nicht so leicht. Es gibt grundsätzlich vier Möglichkeiten das Geschlecht herauszufinden.

  1. anhand des Gefieders
  2. anhand des Verhaltens
  3. mittels einer DNA-Analyse oder
  4. aufgrund der Vererbungslehre

wobei, die erste und letzte Methode nur für bestimmte Farbschläge in Betracht kommt.

 

1. Unterscheidung des Geschlechts anhand des Gefieders

Bei den wildfarbenen, zimtfarbenen, geperlten und Weißkopf-Nymphensittichen ist das Geschlecht anhand des Farbschlages am leichtesten zu bestimmen, denn nach der Jungmauser, die mit ca. 6 Monaten beginnt, wechselt jeder Nymphensittich sein komplettes Gefieder.

Während die Hennen ihr Äußeres kaum bis gar nicht verändern, bekommen wildfarbene und zimtfarbene Hähne einen kräftig gelben Kopf. Die Schwanzunterseite, die zuvor wie ein gelb-schwarzes Fischgrätenmuster ausgesehen hat wird durch schieferschwarze Federn ausgewechselt. Auf der Oberseite sind die Schwanzfedern sodann silbergrau.

Ferner gehen bei der Jungmauser eines Hahnes die kleinen gelben Punkte auf den Flügelunterseiten verloren. Hennen behalten jedoch das schöne Fischgrätenmuster auf der Schwanzunterseite sowie die Pünktchen auf den Flügelunterseiten!

Hier seht ihr ein Beispiel wie sich ein wildfarbener Kopffleckscheckenhahn während der Jungmauser verändert hat.

Geperlte Nymphensittiche sind in der Regel auch leicht zu bestimmen, da die Hähne während der Jungmauser ihre „Perlen“ verlieren. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. So kann z. B. auch ein zweijähriger Hahn noch leichte Perlen aufweisen, die jedoch deutlich weniger geworden sind.

Hennen, egal welchen Farbschlages, behalten ihre Perlen ein Leben lang.

Das Geschlecht der Weißkopfnymphensittiche ist ebenfalls leicht zu bestimmen. Weißkopfnymphensittichen fehlt der gelbe Farbstoff im Gefieder, weshalb sie keinen Wangenfleck und auch keine gelben Federn im Gefieder aufweisen. Ihr Gefieder ist daher grau-weiß.

Während Weißkopfhennen (wie auch die zimt- und wildfarbenen Hennen) das sogenannte Fischgrätenmuster auf der Schwanzunterseite, die Pünktchen auf den Flügelunterseiten sowie einen grauen Kopf behalten, bekommen Weißkopfhähne einen weißen Kopf. Weißkopfhähne sind daher sehr leicht zu erkennen, sobald sie durch die Jungmauser sind.

Schwieriger zu bestimmen sind Lutinos und Schecken (falls sie nicht geperlt sind!) und Albinos bzw. Weißkopf Albinos.

Lutinohennen sind aufgrund der Vererbung häufiger und leichter zu bekommen als Hähne, doch sicher kann man sich hier trotzdem nicht sein! ;)

Es ist also schwierig das Geschlecht eines Lutinos zu bestimmen. Man muss schon sehr geübt sein, um das Fischgrätenmuster auf der Schwanzunterseite zu erkennen, doch mit etwas Glück könnt Ihr vielleicht beim Duschen gelbe Punkte unter den Flügeln erkennen. Wenn euer Nymphensittich bereits aus der Jungmauser ist, handelt es sich um eine Henne, da diese die gelben Punkte auch nach der Jungmauser behält. Hähne haben zudem oft weißeres Gefieder als Hennen, je nach dem wie stark der Gelbanteil ist. Bei manchen Hähnen ist im Schwanz auch ein leichter Braunstich zu erkennen, den die Hennen nicht haben.

Schecken sind recht schwer zu bestimmen, da sie keinerlei Geschlechtsmerkmale aufweisen. So kann auch bei einer Henne der Kopf gelb bzw. weiß leuchten. Dies sagt bei dem Farbschlag Schecke leider nichts über das Geschlecht aus. Auch die Schwanzunterseite lässt bei einem Schecken nicht erkennen, um welches Geschlecht es sich handelt. Die Schwanzunterseite ist zwar auch gemustert, dies darf jedoch nicht mit dem Fischgrätenmuster einer Henne bzw. eines jungen Nymphensittichs verwechselt werden!

Der einzige Farbschlag der leicht zu bestimmen ist, ist der Kopffleckschecke, denn dieser weist lediglich einen gelben Fleck im Nacken auf. Manchmal sind auch einige Schwungfedern oder der Bauch gelb. Da es sich hier jedoch nur um kleine Stellen des Gefieders handelt und ein wildfarbener Hahn z. B. trotzdem einen leuchtend gelben Kopf bekommt, ist dieser Farbschlag genauso leicht zu bestimmen, wie die Wildfarbenen, Zimtfarbenen und die Weißköpfe.

Schecken mit einem starken Dunkelanteil sind unter Umständen auch noch gut zu bestimmen und zwar dann, wenn sie graue Schwungfedern aufweisen. Bei einer Henne müssten auch nach der Jungmauser auf diesen grauen Schwungfedern noch gelbe Punkte zu erkennen sein.

Das Geschlecht der Albinos bzw. Weißkopfalbinos ist anhand des Farbschlages nicht zu bestimmen.

 

2. Erkennung des Geschlechts anhand des Verhaltens

Solltet ihr trotz der vorstehenden Beschreibungen das Geschlecht eures Nymphensittichs nicht bestimmen können, so bleibt die Geschlechtsbestimmung über das Verhalten. Mehr über das Verhalten erfahrt Ihr unter dem Punkt Verhalten.

 

3. Ermittlung des Geschlechts über eine DNA-Analyse

Ferner könnt ihr das Geschlecht eures Nymphensittichs durch eine DNA-Analyse bestimmen lassen. Hierfür wird das DNA-Material entweder aus einer Feder entnommen oder aus dem Blut des Nymphensittichs.

Es kann eine frisch gefallene Feder verwendet werden. Hierbei darf der Federkiel nicht angefasst werden. Sicherer ist es jedoch, wenn der Tierazt die benötigten Federn entnimmt. Er wird dafür durchblutete Federn des Brutgefieders ziehen.  Das ist allerdings nicht sehr schön für den Sittich.

Etwas sicherer ist die Geschlechtsbestimmung mittels Blut. Diesen sollte nur ein vogelkundiger Tierarzt durchführen. Er wird dabei das benötigte Blut aus der Halsvene entnehmen. Auch das ist nicht sehr angenehm für den Vogel. 

Grundsätzlich kommt es jedoch auch be DNA-Anlysen zu fehlerhaften Ergebnissen. Eine 100 %ige Aussage liefert der Test aufgrund von Laborfehlern nicht.

  

4. Bestimmung des Geschlechts anhand der Vererbung

Diese Variante zählen wir eher der Vollständigkeit halber mit auf, denn auf dieses Thema gehen wir hier nicht weiter ein. Züchter, die ihr Geschäft verstehen, können bei dem Wissen um die Farbschläge der Eltern jedoch bei einer Reihe von Kombinationen das Geschlecht der Küken bestimmen.

Für weitere Fragen stehen wir Euch natürlich auch gern im Forum Sonstiges zur Nymphensittichhaltung zur Verfügung, für Geschlechtsbestimmungen aber am besten mit Bild.   

  
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weiterführende Weblinks:

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Autor: Gwenny, letztes Update Susi: 04.06.2008