Wissen - Kennenlernen

Quarantäne

Quarantäne im Gästebad
Quarantäne in der Gästetoilette

Grundsätzlich kann jeder Vogel, unabhängig von seiner Herkunft, krank sein. Egal, ob ein Vogel vom Züchter, aus dem Zoogeschäft, aus dem Tierheim oder aus einem Privathaushalt kommt. Krankheiten sieht man einem Vogel meistens nicht an.

Je weniger Erfahrung der Halter mit Vogelkrankheiten hat, desto eher kommt es zu Fehlinterpretationen.

Äußerliche Anzeichen gibt es erst, wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist. Oftmals brechen Krankheiten auch erst durch den Umzugsstress aus, die das Immunsystem bis dahin in Schach halten konnte.

Eine Quarantäne ist daher immer wichtig, wenn man seine schon vorhandenen Vögel vor Krankheiten schützen möchte.

Zusätzlich ist ein Eingangscheck bei einem vogelkundigen Tierarzt sinnvoll.

Was heißt "Quarantäne"?

Handdesinfektionsmittel
Wichtig! Hände desinfizieren!

Man spricht von einer Quarantäne, wenn

  • die Neuzugänge in einem separaten Raum untergebracht werden, der für den vorhandenen Vogelbestand unzugänglich ist. Dies ist der wichtigste Punkt, da Krankheitsübertragungen auch über die Luft möglich sind.
  • die Vögel in einen Käfig ziehen, der vorher desinfiziert wurde (z.B. mit Vanodine V18 oder F10), um sicher zu gehen, dass auch die vorherigen Bewohner keine Krankheitserreger auf die Neuankömmlinge übertragen.
  • die Näpfe, aber auch für die Einrichtung des Käfigs nach der Nutzung durch andere Tiere ebenfalls desinfiziert wurden und alle Utensilien zur Reinigung und Versorgung vom eigenen Bestand getrennt werden können.
Merke!

Wechselt man zwischen den Vogelbeständen hin und her, sollte man seine Hände desinfizieren.

Desinfektionsmittel
Desinfektion von Käfig und Einrichtung

Hat man Neuzugänge, die

  • nicht gesund aussehen
  • aus Beständen mit augenscheinlich oder gar nachweislich kranken Vögeln stammen
  • aus Beständen stammen, die möglicherweise Kontakt zu Wildvogelkot hatten (nicht überdachte Außenvoliere oder auch häufige Balkonaufenthalte in nicht überdachtem Käfig - erhöhte Gefahr von Wurmbefall)
  • aus sehr unhygienischen Verhältnissen stammen (große Kotansammlungen, Wassernäpfe, die grün oder anders verschmutzt waren oder ähnliches)
  • aus sehr großen Vogelbeständen stammen,

dann sollte man weitergehende Quarantänemaßnahmen ergreifen.

In diesem Fall ist es sinnvoll,

  • dass der separate Raum gefliest ist und nicht ständig anderweitig genutzt werden muss (z.B. Gästebad, wenn Fenster vorhanden). Der Raum muss nur zur Versorgung der Vögel betreten werden,
  • die Hände nach Betreten und Versorgung der Tiere wirklich immer zu desinfizieren,
  • einen Kittel oder ähnliches anzuziehen, wenn man den Raum betritt und diesen wieder auszuziehen, wenn man ihn verlässt (die mittlerweile hinfällige Psittakoseverordnung schrieb Schutzanzüge vor),
  • eine extra Futterdose bei den Neuzugängen stehen zu haben und Näpfe und sonstige Ausstattung strikt getrennt zu halten.
Merke!

Das Halten der Vögel im gleichen Raum mit dem eigentlichen Bestand, kann nicht als Quarantäne bezeichnet werden. Es ist jedoch allemal besser als die Tiere gleich zusammen zu setzen. Krankheiten die über den Kot oder das Trinkwasser übertragen werden, können so nicht sofort übertragen werden.

Wie lange sollten die Vögel in Quarantäne?

Käfig mit Neuzugang im gleichen Raum wie der Altvogel
erstes Kennlernen nach TA-Check und Quarantäne

Die Empfehlungen für die Dauer einer Quarantäne sind sehr unterschiedlich. Tierärzte empfehlen meistens 4 - 6 Wochen einzuhalten.

In dieser Zeit kann man Kot für eine Sammelkotprobe sammeln und beim Tierarzt zur Untersuchung abgeben. Des Weiteren ist eine Vorstellung des Neuzugangs bei einem vogelkundigen Tierarzt zum Eingangscheck sinnvoll. Sind die Ergebnisse dieser Eingangsuntersuchungen da, vergesellschaften viele Halter gleich im Anschluss ihre Vögel. Dies geht auch in den allermeisten Fällen gut.

Besser ist es dennoch die Desinfektionsmaßnahmen wegzulassen und so bewusst Keime nach und nach auszustauschen (jeder Vogelbestand trägt andere Keime in sich) und dann zunächst die Neuzugänge im Käfig einige Tage zum Altbestand zu stellen. So erfolgt der Austausch langsam und das Immunsystem kann sich besser darauf einstellen.

Generell empfiehlt es sich den in Quarantäne befindlichen Vögeln und nach der Vergesellschaftung dem Gesamtbestand ein Zusatzfuttermittel wie Korvimin ZVT oder ähnliches zuzufüttern. Quarantäne und Zusammenführungen sind immer Stresssituationen, die besser verkraftet werden, wenn eine optimale Nährstoffversorgung gewährleistet ist.

Das klingt natürlich alles fürchterlich, aber besser ein paar unschöne Wochen so überstehen als später seinen Gesamtbestand behandeln zu müssen. Je mehr Vögel man hat, desto wichtiger wird dieses Thema.

Autor: Susi, letztes Update: 21.01.2011