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Nymphensittiche an Pellets gewöhnen

Nymphensittiche an Pellets zu gewöhnen oder sie gar komplett auf Pellets umzustellen, ist oft keine leichte Aufgabe. Ähnlich wie bei der Gewöhnung an Obst und Gemüse gilt das Motto: "Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht."

Gewöhnung an Pellets als Zusatzfutter

Hat man Zeit und möchte ohnehin weiterhin hauptsächlich Körnerfutter verfüttern, kann man Pellets zusätzlich zur üblichen Ration anbieten oder diese nur geringfügig reduzieren.

Es bietet sich an, Pellets verschiedener Hersteller auszuprobieren. Nach Erfahrungen von Forenusern werden bestimmte Farben von manchen Nymphensittichen bevorzugt. Grün ist häufig beliebt, aber auch rot, wenn die Vögel beispielsweise auch gerne rotes Obst, wie Erdbeeren oder Himbeeren fressen. Zwar würden wir grundsätzlich eher Pellets ohne künstliche Farbstoffe und andere Zusätze empfehlen, doch sollen die Pellets lediglich zugefüttert werden, kann man sicherlich ein Auge zudrücken.

Pellets als Leckerchen anbieten

Pellets als Leckerchen anbieten

Besonders zahme Vögel werden häufig mit Leckerchen aus der Hand verwöhnt. So kann man auch diesen Weg versuchen und schauen, wie so ein Pellet ankommt.

Andere Nymphensittiche bekommen Leckerchen aus bestimmten Näpfen. Hier wissen die Vögel, dass "Gutes" auf sie wartet und man kann den Versuch starten Pellets in einen solchen Napf zu füllen.

Pellets im extra Napf neben dem Körnerfutter anbieten

Pellets im extra Napf neben dem Körnerfutter anbieten

Auch diese Variante kann man ausprobieren. So kann man sehen, wie viel von den Pellets gefressen wurde. Würde man sie dagegen mit Körnern mischen, würde man auch mehr Pellets mit den Spelzen wegwerfen, was teuer ist.

Pellets voressen (Futterneid)

Pellets voressen (Futterneid)

Manche Nymphensittiche erkennen Pellets nicht als Futter. Hier kann es helfen, wenn der Halter, oder ein schon an Pellets gewöhnter Nymphensittich, ihnen die Pellets vorisst. Lautes Schmatzen und "hmmm, lecker, lecker" kann beim Voressen durch den Halter unterstützend wirken, wenn der Vogel dies schon von anderen Futtermitteln kennt. Das Voressen durch den Halter funktioniert meist nur bei Nymphensittichen, die recht zahm sind oder ihren Halter zumindest als Schwarmmitglied sehen (gehen fressen, wenn der/die Halter essen). Ein anderer Nymphensittich kann Futterneid eher erzeugen.

Diese Varianten zwingen den Vogel zu nichts und lassen ihn selbst entscheiden, ob er das neue Futterangebot annimmt oder nicht. Werden die Pellets gut angenommen, kann man die Pelletration von der Körnerration abziehen und so dauerhaft beides füttern.

Vollständige Umstellung auf Pellets

Möchte oder muss man seine Vögel aus gesundheitlichen Gründen ganz auf Pellets umstellen, läuft einem häufig die Zeit davon. Ein schon geschwächtes Tier, welches an Megabakteriose oder PDD leidet, muss Nahrung aufnehmen, damit es überhaupt sein Gewicht hält und nicht verhungert. Kennen die Nymphensittiche noch gar keine Pellets, ist die Umstellung immer ein gewisses Risiko. Man sollte dabei also sehr behutsam, aber dennoch konsequent vorgehen. Erste Hinweise und Tipps bieten die Webseiten der Hersteller der jeweiligen Pellets. Nachfolgend fassen wir einige Varianten zusammen.

Radikale Umstellung – nur noch Pellets

Radikale Umstellung – nur noch Pellets

Hierbei wird das gewohnte Futter entzogen und dafür als Hauptfutter Pellets angeboten. Zusätzlich gibt es lediglich Obst und Gemüse. Hier muss man sehr genau beobachten, ob die Vögel fressen. Eventuell erkennen sie das, was im Napf ist, nicht als Futter. Bitte unbedingt den Kot beobachten. Die Farbe kann sich leicht verändern. Konsistenz und Menge sollten jedoch gleich bleiben, sonst frisst der Vogel nicht und der Versuch muss als gescheitert angesehen werden.

Länger als 36 h sollte man dieses Experiment auf keinen Fall durchführen und eher abbrechen, wenn kein Kot (Grünanteil) mehr ausgeschieden wird.

Mischen von Körnern und Pellets

Mischen von Körnern und Pellets

Bei dieser Variante werden zunächst nur wenige Pellets eingemischt, mit jedem weiteren Tag wird der Pelletanteil erhöht, bis am Ende nur noch Pellets im Napf sind. Solange die Nymphensittiche von den Saaten satt werden, werden sie jedoch kaum die ihnen unbekannten Pellets anrühren. Auch hier ist der Kot genau zu beobachten und das Experiment ggf. abzubrechen.

Nachteil dieser Methode ist, dass man viel von den Pellets wegwirft.

Schrittweise Umstellung

Schrittweise Umstellung

Bei der schrittweisen Umstellung wird am Morgen zunächst für eine halbe Stunde das normale Körnerfutter angeboten. Danach wird es entfernt und nur noch Pellets in die Futternäpfe gefüllt. Am späten Nachmittag bzw. gegen Abend wird wiederum für eine halbe Stunde das normale Körnerfutter angeboten und danach wiederum nur Pellets.

Gemüse sollte während der gesamten Zeit zur Verfügung stehen.

Dieses Vorgehen behält man für ca. 1 - 2 Wochen bei. Sobald die Pellets gut gefressen werden, wird die Körnermischung nicht mehr angeboten.

Diese Methode empfehlen wir zuerst zu versuchen.

Pelletbrei

Pelletbrei

Nymphensittiche, die an Feuchtfutter gewöhnt sind und dieses gerne essen (Keimfutter, Kochfutter) mögen häufig auch gerne Pelletbrei. Hierzu weicht man die Pellets mit warmem Wasser etwas auf bis eine zähe Masse entsteht. Auch Gemüsesäfte (Muttersaft ohne Zucker und Konservierungsstoffe in Bioqualität, besser selbst entsaftet) kann man für den Brei verwenden. Auch die Verwendung von Kräutertee ist möglich, doch sollte er abgekühlt sein, damit man die Vitamine der Pellets nicht zerstört.

Den Brei sollte man nicht länger als 2 Stunden stehen lassen.

Spiegeleinsatz

Spiegeleinsatz

merke!

Achtung! Spiegel erzeugen Verhaltensstörungen, da sie dem Tier einen Partner vorgaukeln, der nicht vorhanden ist. Sie gelten als Tierschutzwidrig. Sollte aber schon eine Begeisterung für Spiegel beim Vogel vorhanden sein, kann man diese kurzfristig für eine Gewöhnung an Pellets einsetzen.

Eine weitere Möglichkeit, um den Futterneid zu wecken ist der Einsatz eines Spiegels. Für diese Variante legt man die Pellets auf den Spiegel. Ein neugieriger Nymphensittich wird schauen wollen, was es da zu entdecken gibt und dann Sorge haben, dass der Artgenosse ihm das gute Futter wegschnappt. Auf diese Weise soll auch der hartnäckigste Verweigerer umgestellt worden sein. Vielleicht ist das eine Chance für Vögel, die aufgrund von Krankheiten schnell umgestellt werden müssen, da sie sonst trotz Nahrungsaufnahme verhungern. Hat man Zeit, halten wir dieses Vorgehen nicht für empfehlenswert.

Sonstiges

Sonstiges

Zur Unterstützung kann man an beliebten Aufenthaltsorten Pellets ausstreuen. Irgendwann nimmt jeder Nymphensittich mal so ein Körnchen zum Spielen in den Schnabel. Das könnte unterstützend wirken.

Auch ein paar Pellets in der Wühlschale können hilfreich sein. Allerdings muss hier stark auf die Hygiene geachtet werden und der Inhalt täglich gewechselt werden.

Man sollte nicht gleich aufgeben, wenn die Marke, die man ausprobiert hat, nicht angenommen wird. Es gibt ja verschiedene Firmen, die Pellets herstellen und man sollte schauen, welche Sorte den Geschmack der eigenen Nymphensittiche am besten trifft. Leider ist die Auswahl in Deutschland sehr begrenzt. Im Ausland sind vielfältigere Zusammensetzungen und Pellets mit mehr Gemüse oder mehr Obst erhältlich. Sollten auch in Deutschland mehr Halter bereit sein, Pellets zu verfüttern, wird sich das Angebot sicherlich schnell erweitern.

Bei jeder Marke gibt es zudem verschiedene Größen von Pellets. Auch hier sind die Geschmäcker unterschiedlich. Manche fressen nur die ganz kleinen, andere nur die größeren Pellets.

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Autor: Susi, letztes Update: 10.10.2012