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Abschied: Sterbebegleitung und Bestattung eines gefiederten Freundes

Jeder Halter wünscht sich, dass sein Nymphensittich bei ihm alt wird und es gut hat. Doch nicht jeder Nymphensittich ist oder bleibt gesund oder bleibt von folgeschweren Unfällen verschont.

Folgende Zeilen sollen daher dabei helfen, den richtigen Weg für seinen kleinen Schützling zu finden:

Einschläfern ja oder nein?

Ist der gefiederte Freund schwer erkrankt, ist es für den Halter oft schwer zu entscheiden, ob er noch Lebensqualität hat oder nicht. Viele haben Angst, ihre Entscheidung zu früh zu treffen und sind sich unsicher, wann es der richtige Zeitpunkt ist seinen Nymphensittich einzuschläfern.

Trotz des Kummers ist es sehr wichtig, die Situation des erkrankten Nymphensittichs so objektiv wie möglich zu sehen und sich nachfolgende Fragen zu stellen:

 

1. Hat der Nymphensittich dauerhafte Schmerzen?

Wenn ein Nymphensittich die Augen zukneift und kein Schmerzmittel oder Medikament Linderung veschafft oder zur Heilung führt und er keine wachen und fröhlichen Momente mehr hat, ist seine Lebensqualität stark eingeschränkt. Der Nymphensittich sollte daher in Abstimmung mit dem behandelnden Tierarzt von seinen Leiden erlöst werden. Für einen Laien ist es sicher schwierig zu erkennen, ob der Nymphensittich Schmerzen hat oder nicht, daher ist es ratsam seinen vogelkundigen Tierarzt mit einzubeziehen, der den Zustand des Nymphensittichs beurteilen kann.

2. Kann sich der Nymphensittich selbstständig ernähren?

Wenn sich ein Nymphensittich nicht dauerhaft selbstständig ernähren kann und zwangsernährt werden muss, ist es leider fraglich, ob er überleben wird. Je nach Krankheitsbild kann eine Zufütterung sinnvoll sein. Sie ist jedoch sehr zeitintensiv und belastet den Nymphensittich, auch wenn er zahm ist, sehr. Auch hier sollte der behandelnde Tierarzt hinzugezogen werden.

3. Nimmt er am Sozialleben des Schwarmes teil?

Zieht sich der Nymphensittich von seinen Artgenossen zurück? Wird er noch beachtet oder wird er gar ausgestoßen? Krault er sich noch mit seinem Partner? Ein kranker Nymphensittich wird mehr als ein gesunder schlafen und sich auch mal zurückziehen wollen. Dies ist völlig normal, da er Kräfte sammeln muss. Wenn er jedoch weiterhin mit seinem Partner spielt, sich krault und frisst, zeigt dies seinen Lebenswillen. Auch das Knuspern (Reiben beider Schnabelhälften aneinander) ist ein Zeichen, dass der Nymphensittich sich wohl fühlt und sich entspannt. Der Nymphensittich sollte trotz Erkrankung die Möglichkeit haben weiterhin in seinem Schwarm zu bleiben.

4. Ist der Nymphensittich körperlich eingeschränkt?

Je nach Erkrankung kann der Nymphensittich in seinen Bewegungen stark eingeschränkt sein. Wichtig ist, dass ein gehandicapter Nymphensittich weiterhin sein Wasser und Futter erreicht und nicht unter Schmerzen leidet. Ferner ist es für die Lebensqualität ebenso wichtig, dass er normal Kot absetzen und sein Gefieder pflegen kann. Wenn Nymphensittiche sehr krank oder geschwächt sind, stellen sie oft die Gefiederpflege ein und sitzen mit aufgesträubtem Gefieder teilnahmslos da. Dies kann ein Zeichen dafür sein, dass sie ihren Lebenswillen verloren haben, weshalb man sie genau beobachten sollte. Auch Schmerzen können dazu führen, dass sie sich nicht mehr richtig putzen können. Deshalb sollte sich der Tierarzt den Nymphensittich noch einmal ansehen, um dann gemeinsam mit dem Halter eine Entscheidung zu treffen.

Euthanasie durch den Tierarzt

Sollte man sich gemeinsam mit dem Tierarzt für das Einschläfern entschieden haben, ist es besonders wichtig, dass der Tierarzt die richtige Vorgehensweise wählt. Für den kleinen gefiederten Patienten ist es am sanftesten, wenn er vor der sogenannten Giftspritze narkotisiert wird. Dies erfolgt im Idealfall durch eine Inhalationsnarkose oder durch ein Narkosemittel. Bei sehr geschwächten Nymphensittichen reicht die hochdosierte Narkose oft schon aus. Anderenfalls wird dem schlafenden Vogel das Gift injiziert, das einen Herzstillstand herbeiführt. Auf das vorherige Betäuben sollte man als Halter besonders achten, da das direkte Injizieren des Giftes einen sehr schmerzhaften und qualvollen Tod für den Nymphensittich bedeuten würde.

 

Sterbebegleitung

Sollte die Lebensqualität noch nicht so stark eingeschränkt sein und der Nymphensittich noch Lebensfreude haben, wird er auch noch am Schwarmgeschehen teilnehmen. Als Halter kann man seinen gefiederten Freund auf unterschiedliche Weise zusätzlich unterstützen und liebevoll begleiten. So hat der Nymphensittich die Chance selbst zu wählen ob er wieder gesund wird oder seinen Gang über die Regenbogenbrücke antritt. Einige Tierheilpraktiker bieten Sterbegleitungungen mit unterstützenden homöopathischen Mitteln an.

Bestattung

Ist der geliebte gefiederte Freund über die Regenbogenbrücke geflogen, stellt sich manchmal die Frage, wie man ihn würdevoll beisetzen kann. Wer einen Garten hat, kann seinen Nymphensittich hier begraben. Als wunderschöne Alternative bietet sich auch die Einäscherung an. Man kann seinen Nymphensittich direkt in einem Urnengarten eines Tierfriedhofes beisetzen oder sich für eine Schmuckurne oder ein Amulett entscheiden, so dass man seinen kleinen Freund immer bei sich hat.

weiterführende Weblinks:

Autor: Gwenny: 25.01.2011