Wissen - Alternative Heilmethoden

Homöopathie

Begründer der Homöopathie ist der deutsche Arzt Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann ( *1755 / +1843).

1782 gab Hahnemann seine Praxis auf (Zitat: "Damit ich nicht länger Gefahr lief, Unrecht zu tun."). Um Geld zu verdienen, übersetzte Hahnemann damalige Standardwerke der Medizin, Chemie und Pharmazie. Als er die "Materia medica" des schottischen Wissenschaftlers William Cullen ins Deutsche übersetzte, war dies der entscheidende Wendepunkt in seinem Leben. Hahnemann war von Cullens Ausführung, dass die Wirkung der Chinarinde gegen das Wechselfieber (Malaria) auf die Stärkung des Verdauungstraktes zurückzuführen sei, nicht überzeugt. Daraufhin nahm Hahnemann Chinarindenpulver zu sich und konnte kurze Zeit später die Symptome des Wechselfiebers bei sich feststellen. Hahnemann hoffte, die wahren Gründe der Heilwirkung durch den Selbstversuch zu entschlüsseln.

In den folgenden Jahren probierte Hahnemann ca. 100 weitere Substanzen im Selbstversuch und auch an Familienmitgliedern und Mitarbeitern aus. 1796 erschienen die Ergebnisse seiner Arzneiprüfungen am gesunden Menschen in einem Aufsatz. Darin schrieb Hahnemann: "Man ahme die Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit durch eine andere hinzukommende heilt, und wende in der zu heilenden Krankheit dasjenige Heilmittel an, welches eine andere, möglichst ähnliche, künstliche Krankheit zu erregen imstande ist, und jene wird geheilet werden." Im "Journal der practischen Arzneykunde" an der Medizinischen Fakultät der Berliner Universität wurde der Aufsatz veröffentlicht und gilt somit als die Geburtsstunde der Homöopathie.

Globuli
Globuli

Die Bezeichnung Homöopathie wurde aus dem Griechischen abgeleitet (homoios = ähnlich und pathos = Leiden). Homöopathie bedeutet demnach wörtlich "ähnliches Leiden". (Hahnemanns Kernsatz: Similia similibus curentur - Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden.)

Homöopathie ist ein Teil der Gesamtmedizin und behandelt anders als die Schulmedizin nicht Krankheiten, sondern kranke Menschen und Tiere. Für die Homöopathie ist ein gesunder Körper ein System im Gleichgewicht, bei einem erkrankten Körper ist dieses Gleichgewicht gestört. Die Homöopathie gibt dem Körper die Möglichkeit, das Gleichgewicht aus eigener Kraft wieder herzustellen. Sie ist eine Reiz- und Regulationstherapie, die ein reaktionsfähiges System mit allen dazu notwendigen Stoffen benötigt.

Heilpraktiker suchen deswegen nach der Ursache der gesundheitlichen Störung im gesamten Lebewesen und zwar in dessen psychischer und physischer Ganzheit. Es wird das ganze Tier unter Berücksichtigung aller Symptome behandelt und zwar mit Arzneimitteln, die bei einem gesunden Tier ähnliche Symptome hervorrufen. Hier wird die von Hahnemann aufgestellte Similie-Regel angewandt: "Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden."

Die Homöopathie ist keine passive Therapie, sondern eine Hilfe zur Selbsthilfe. Es werden die Abwehrkräfte angeregt und die Fähigkeiten des Organismus zu Reaktionen, Regulationen, Anpassungen und Regenerationen gefördert. Sowohl bei akuten Krankheiten als auch bei chronischen Erkrankungen findet die Homöopathie Anwendung. Allerdings sind der Homöopathie Grenzen auferlegt. So gibt es Krankheitszustände, bei denen die Selbstheilungskräfte blockiert sind oder durch einen fehlenden Stoff ausgelöst wurden (Diabetes).

Die Homöopathie wird fälschlicherweise immer wieder mit der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) gleichgesetzt. Beide Arten gehören zur Naturheilkunde, unterscheiden sich jedoch grundlegend. So werden in der Pflanzenheilkunde ausschließlich pflanzliche Ausgangsstoffe verwendet, in der Homöopathie kommen jedoch auch mineralische und tierische Stoffe zum Einsatz. Insgesamt gibt es in der Homöopathie rund 1.400 verschiedene Ausgangsmaterialien. Auch heute noch wird die Homöopathie im Sinne von Hahnemann gelehrt und praktiziert.

Homöopathie bedeutet nicht nur Globulis. Auch Tabletten, Salben, Gele, Cremes, Tropfen und Dilutionen gehören zu den Homöopathika.

Autor: MaZi, 24.03.2015