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Ungewollte Eier

ein Ei in der Einstreu
ein Ei in der Einstreu

Wer eine Nymphensittichhenne besitzt, wird sich irgendwann auch mit diesem Thema auseinandersetzen müssen. Auf dieser Seite möchten wir daher einige Tipps geben, was man beachten sollte, wenn die Henne Eier gelegt hat bzw. wie man dies unter Umständen verhindern kann.

Es ist leider ein Irrglaube, dass eine einzeln gehaltene Nymphensittichdame keine Eier legt.
Auch unverpaarte Nymphensittichhennen können Eier legen!


Diese Faktoren begünstigen das Eierlegen und sollten abgestellt bzw. entfernt werden:


Falls man also merkt, dass die Henne vermehrt in dunklen Ecken sitzt und das Einstreu wegschiebt, dann sollte man am besten diese Ecken mit Ästen oder anderen Gegenständen verstellen bzw. zur Voliere gehörende Kotgitter einschieben, so dass sie dort nicht mehr hingelangen kann.

Beginnt die Henne plötzlich entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit täglich vielleicht sogar mehrmals zu baden, sollte die Bademöglichkeit nicht mehr täglich und andauernd angeboten werden.

Wenn dann doch ein Ei gelegt wurde ...

kleines Nymphensittichei
kleines Nymphensittichei

… folgen die nächsten Eier in der Regel im Abstand von 2 Tagen. Eine Henne legt im Normalfall zwischen 4 und 6 Eier. Die Brutdauer beträgt bei Nymphensittichen ca. 18 – 21 Tage. Wichtig ist, dass man der Henne in dieser Zeit viele Mineralien anbietet, da sie diese für die Eiproduktion benötigt.

Da jede Henne anders reagiert, zeigen wir hier verschiedene Möglichkeiten auf, wie man mit den ungewollten Eiern am besten umgeht.

  • Eier ersatzlos entfernen
  • Eier durch Kunststoffeier austauschen oder anstechen und abkochen
  • Eier ausbrüten lassen
  • Tierarzt: Versuch über Medikamente den Brutdrang zu stoppen

Man sollte unbedingt beachten, dass die noch so zahme Nymphensittichdame sich unter Umständen zu einer kleinen Furie entwickeln und ihr Gelege mit allen Mitteln verteidigen wird!

In der Regel verlieren die Hennen nach der normalen Brutdauer ihr Interesse an dem Gelege und verlassen es. Es kann aber auch passieren, dass sie sofort nach dem Wegnehmen der alten Eier ein neues Gelege produzieren. Wie schon oben beschrieben, ist ein zweites Gelege auch in der Natur nichts Ungewöhnliches. Es gibt aber leider Hennen, die auch nach dem zweiten Gelege ein drittes und ein viertes anlegen. Dieses Verhalten ist unnatürlich und wird als Legezwang oder Dauerbrüten bezeichnet.

Eier ersatzlos entfernen

Ist die Henne noch jung und der Brutdrang noch nicht so stark ausgeprägt, empfiehlt es sich, gleich das erste Ei wegzunehmen. Möglicherweise verliert sie durch diese Maßnahme bereits das Interesse. In der Regel wird die Henne noch ein, zwei Eier legen, bis sich ihre Hormone umgestellt haben. Auch diese Eier sollten ersatzlos entfernt werden, um die Brutigkeit nicht zu fördern. Sollte die Henne nach dem vierten Ei jedoch immer noch neue Eier legen, sollte man sie auf Kunststoffeiern brüten lassen, um sie nicht weiter zu schwächen. Man kann dazu einen Trick anwenden und ihr so viele Eier, wie sie bereits gelegt hat, hinlegen. Die Hoffnung ist, dass sie nicht von vorne zu legen beginnt. In der Regel funktioniert diese Methode sehr gut.

Wenn die Henne bereits öfter Eier gelegt hat und ein Versuch mit Plastikeiern fehlgeschlagen ist und sie weiterhin neue Eier zum bestehenden Gelege dazugelegt hat, kann das Wegnehmen ebenfalls eine Methode sein, sie vom weiteren Legen abzuhalten. Allerdings sollte diese Methode durch eine Futterumstellung, dem Verbauen der Nistmöglichkeiten und Lichtreduktion, erweitert werden.

Eier durch Kunststoffeier austauschen oder Eier anstechen und abkochen

2 echte Eier und 3 Kunststoffeier

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Eier der Nymphensittichhenne durch Kunststoffeier auszutauschen und sie hierauf brüten zu lassen. Austauschen braucht man die Eier natürlich nur, wenn die Henne mit einem Hahn verpaart ist und die Möglichkeit besteht, dass die Eier befruchtet sind.

Kunststoffeier, die genauso groß sind wie echte Nymphensitticheier, kann man im Internet oder in einem gut sortierten Zoofachgeschäft kaufen. Hat man keine unechten Eier parat und will nicht, dass aus den Eiern Küken schlüpfen, sticht man die Eier an und kocht sie ab. So kann man sicherstellen, dass sich aus den Eiern nichts entwickelt.

Sobald die Henne/das Pärchen das Interesse an dem Gelege verliert, sollten ihr/ihnen die Eier und der Nistkasten/die Ecke, wo sie gebrütet haben, weggenommen bzw. verbaut haben. Es empfiehlt sich, auch die Voliere etwas neu zu gestalten, so dass das Pärchen nicht erneut auf die Idee kommt, ein Gelege anzufangen. Diese Methode klappt leider nicht immer. Schon während dieser Brutphase sollte man daher die Tageslichtlänge und das Futter auf weniger energiereiches Futter (z. B. Wellensittichfutter, kein Obst und Gemüse) umstellen. Dies ist sehr wichtig, da Nymphensittiche auch in der Natur dazu neigen, ein zweites Gelege anzufangen, wenn das Futterangebot hoch ist und die Witterung es noch zulässt.

Eier ausbrüten lassen

Wer den nötigen Platz und die erforderliche Sachkunde besitzt seine Nymphensittiche die Eier ausbrüten zu lassen, sollte sich dennoch vorher Gedanken darüber machen, wo der Nachwuchs ein schönes Leben genießen kann. Zu bedenken ist dabei, dass der Markt mit Nymphensittichen recht gesättigt ist, da sie sehr lange leben und eine Vermittlung in ein schönes, neues Heim selbst bei Küken nicht immer einfach ist.

>> Gedanken zur Zucht

Wenn auch die Umstellung der begünstigenden Faktoren nichts geholfen hat ...

… bleibt leider nur noch der Gang zum Tierarzt. Dieser wird, je nach Fall, eine Hormonbehandlung oder gegebenenfalls zunächst ein homöophatisches Mittel (z.B. Hormeel) verschreiben. Je nach Medikament, wird die Henne einige Monate bis zu ca. einem halben Jahr keine Eier mehr legen. Die Behandlung muss in der Regel wiederholt werden, da eine einzige Behandlung oft nicht ausreicht, um sie vom Dauerlegen abzuhalten. Da Hormone auch Nebenwirkungen haben können, sollte immer gemeinsam mit dem Tierarzt abgewägt werden, ob sie wirklich nötig sind. Oft ist dies der Fall, wenn die Henne bereits eine Legenot erlitten hat und ein weiteres Legen lebensbedrohlich für sie wäre.

In ganz extremen Fällen, wo auch keine Hormonbehandlung und keine Homöopathie mehr etwas nützte, wurde der Legedarm in der Vergangenheit auch schon chirurgisch entfernt. Die Nymphensittichhenne sollte dann keine neuen Eier mehr produzieren und legen. In Einzelfällen kommt es aber dennoch zur Anbildung eines Eis, welches dann in den Bauchraum fällt und mangels Legedarm nicht mehr beschalt werden kann. Diese Situation ist lebensgefährdend. Hält man eine Henne ohne Legedarm, muss deshalb weiterhin darauf geachtet werden, dass sie nicht brutig wird. Ohne weitere medizinische Indikation sollte der Legedarm daher immer erhalten bleiben.

Autor: Gwenny, letztes Update: 19.11.2007

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