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Futteraufbewahrung - Wie sollte man Futter lagern?

Futterdosen

Körnerfutter ist grundsätzlich über einen langen Zeitraum haltbar. Wichtig sind allerdings die Lagerbedingungen. Körner sollten

  • dunkel (Licht zerstört Vitamine)
  • kühl (unter 14 °C)
  • trocken (relative Luftfeuchtigkeit unter 16 %) und
  • nicht luftdicht


lagern. So ist Futter quasi dauerhaft lagerfähig. Steigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit an, sinkt die Haltbarkeit.

Die Bedingungen sollten so konstant wie möglich sein. Schwankungen in der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit sind besonders ungünstig und die Frische nimmt schnell ab. Dies führt zu reduziertem Nährstoffgehalt, sowie zu Bakterien- und Pilzwachstum.

In Privathaushalten ist eine korrekte Lagerung kaum möglich. Viele Halter lagern ihr Futter in den Räumen, wo die Vögel leben. Dies ist denkbar schlecht, denn entweder ist die Luftfeuchtigkeit für die Vögel viel zu gering oder für die Saatenmischungen viel zu hoch.

Lagert man die Saatenmischung im Keller wird die Luftfeuchtigkeit zu hoch sein. In anderen Räumen des menschlichen Wohnraums wird das benötigte Klima ebenfalls kaum gegeben sein.

Wer nun auf die Idee kommt sein Futter in den Kühlschrank zu stellen, dem sei auch davon abgeraten. Die relative Luftfeuchtigkeit und damit die Fähigkeit der Luft Wasser aufzunehmen, ist von der Temperatur abhängig. Je wärmer es ist, desto mehr Feuchtigkeit kann die Luft aufnehmen. Kühlt es ab, wird das Wasser wieder aus der Luft abgegeben und es entsteht Kondenswasser.

Stellt man nun ein Futtermittel mit Umgebungstemperatur in den Kühlschrank wird Feuchtigkeit frei und die Saaten "beschlagen". Die Feuchtigkeit legt sich auf dem Futter ab. Dies kann die Schimmelbildung begünstigen und auch Bakterien guten Nährboden bieten, wenn das Futter wieder "erwärmt" wird, was allein durch die Umgebungstemperatur bei der Fütterung passiert.

Aus diesem Grund ist es empfehlenswert nur solche Mengen einzukaufen, die zeitnah verbraucht werden können.

Ein Nymphensittichpaar benötigt am Tag ca. 20 - 30 g Körnerfutter. 2 kg Futter reichen somit also ca. 3 Monate. Dies ist ein überschaubarer Zeitraum.

Lässt man diese Informationen ein wenig auf sich wirken, ist einem auch klar, weshalb Futter im üblichen Zoohandel oder gar in Supermärkten oder Drogerien nicht gut gelagert sein kann und dass die Futterqualität allein deshalb schlechter sein muss. Eine gewisse Ausnahme bildet hier lediglich in Frischepacks verpacktes Futter, wie es z.B. von Versele Laga im Zoofachhandel angeboten wird. Hier bleiben lediglich Temperaturschwankungen problematisch.

Behälter zur Futteraufbewahrung

Geliefert wird Futter der Onlineversender in Kunststoff- oder Papiertüten. Viele Halter füllen das Futter nach der Lieferung um. Zunächst ein Überblick über die Vor- und Nachteile verschiedener Aufbewahrungsvarianten.

Futteraufbewahrung
  Atmung Dunkelheit Schädlinge Hygiene Bemerkung
Papiertüten Tipp: Säcke wegen möglicher Staunässe nicht direkt auf den Boden stellen
Kunststoffbeutel Ausnahme: vakuumierte oder unter Schutzgas verpackte Ware
Leinensäcke Tipp: Säcke wegen möglicher Staunässe nicht direkt auf den Boden stellen
Holzgefäße  
Keksdosen Tipp: Futter ab und an belüften und nach der Reinigung lange trocknen lassen (Bodenritzen)
Glasgefäße Tipp: Futter ab und an belüften und Behälter in dunklen Schrank stellen
Prozellan und Keramik Tipp: Futter ab und an belüften
Kunststoffbehälter durchsichtig Tipp: Futter ab und an belüften und Behälter in dunklen Schrank stellen
Kunststoffbehälter blickdicht Tipp: Futter ab und an belüften

Aus der Übersicht ist zu erkennen, dass die perfekten Behälter zur Lagerung von Futter noch nicht erfunden sind. Es gibt daher bei jeder Variante, die mindstens 3 der Kriterien erfüllt, etwas zu beachten. Dies ist ein weiterer Grund, dass man keine großen Lagerbestände führen sollte.

Empfehlenswert ist also die Nutzung von Papiertüten oder Leinensäcken, sofern man Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant und niedrig halten kann. Außerdem sollten Säcke auf eine Palette o.ä. gestellt werden, um Staunässe zu vermeiden. Für die kurzfristige Lagerung kleiner Mengen empfehlen sich Keramik- oder blickdichte Kunststoffbehälter (lebensmittelgeeignet).

Die Futterbehälter sollten vor jeder Befüllung mit heißem Wasser gereinigt werden und mindestens eine Nacht gut durchtrocknen.

Beachtet man diese Hinweise, dann wird das Futter so frisch wie möglich bleiben und damit den Vögeln auch genug Nährstoffe liefern.

Schutz vor Schädlingsbefall

Schädlingsbefall kommt leider immer wieder mal vor. In den schwülen Sommermonaten können dies auch Versender mit qualitativ hochwertigem Futter nicht immer vermeiden. Grundsätzlich ist ein Befall auch nicht nur ein schlechtes Zeichen, zeigt es doch, dass die Saaten nicht begast wurden, um Schädlinge abzutöten.

Aufgrund schlechter Erfahrungen mit Schädlingen frieren einige Halter das Futter direkt nach der Lieferung ein. Das Einfrieren entzieht dem Gefriergut Wasser. Beim Auftauen bildet sich Kondenswasser. Wasser, oder auch das simple Beschlagen der Saat, bildet in Verbindung mit Wärme jedoch einen idealen Nährboden für Bakterien- und Pilzwachstum, weshalb wir es nicht empfehlen möchten. Es ist das gleiche Prinzip wie oben schon beim Kühlschrank beschrieben.

Als bessere Alternative bietet sich hier das eigene Vakuumieren an. Auch bei dieser Variante haben Schädlinge keine Chance sich zu entwickeln, allerdings können Schimmelsporen auch ohne Sauerstoff weiter gedeihen. Dies sieht man z.B. an schimmeligem Käse der im Kühlschrank in Folie verpackt ist. Ein weiterer Nachteil sind die Anschaffungskosten für ein hochwertiges Gerät zum Einschweißen.

Als letzte Alternative bleiben Futterbehälter, aus der etwaige Schädlinge nicht entweichen können (Schraubverschluss), denn meist ist das Futter schon befallen geliefert worden. So vermeidet man ein Entweichen der Tiere und das Übergreifen auf andere Futter- oder gar Lebensmittel.

Buchtipps und Quellen:

  • Ernährungs-Buchtipps bei Amazon
  • Zum Hygienestatus von Futtermitteln für Ziervögel, von Dr. Petra Wolf und Prof. Dr. Josef Kapmhues, in Kleintierpraxis (Organ der Fachgruppe Kleintierkrankheiten der deutschen Verterinärmedizinischen Gesellschaft), 11/2000, abgedruckt im Katalog Nr. 9 von Ricos Futterkiste, S. 94

Autor: Susi, letztes Update: 01.07.2013