Wissen - Lebensraum

Holzrahmen

Welches Holz kann man für den Rahmen verwenden?

Fichtenholz Voliere mit Edelstahlgitter
Fichtenholzvoliere

Für den Rahmen aus Holz eignet sich ausschließlich unbehandeltes Material. Dachlatten können nur verwendet werden, sofern sie nicht gegen Schimmel oder Verrottung getränkt sind.

Es eignen sich beispielsweise:

  • Fichte
  • Kiefer
  • Buche
  • Erle

Hier kann man nach Preis, Härte und Gewicht entscheiden, was in Frage kommt, oder der Geldbeutel hergibt.

Die Preisunterschiede beim Holz sind groß. Es lohnt sich sowohl die Preise verschiedener Baumärkte zu vergleichen, als auch in Holzgroßhandlungen Preise abzufragen.

Es werden auch gerne käuflich zu erwerbende Grundrahmen genutzt. So kommen häufig IVAR IKEA Regale zum Einsatz, oder auch Hochbetten aus unbehandeltem Naturholz, die dann entsprechend angepasst werden.

Womit kann ich den Rahmen lackieren?

BIOFA Hartgrund

Zum Schutz vor Vogelkot kommen immer wieder Fragen nach verwendbaren Lasuren auf. Generell ist jede Lasur und jeder Lack eine chemische Verbindung, deren Wirkungsweise auf den Vogelorganismus nicht genau vorhergesagt werden kann.

Grundsätzlich gibt es Lasuren, die für Kinderspielzeug zugelassen und speichelfest sind. Ein Beispiel ist der Hartgrund der Firma BIOFA. Bei unseren Nymphensittichen muss man im Gegensatz zu Kindern jedoch damit rechnen, dass sie die Farbe abknabbern und möglicherweise sogar fressen. Eine Garantie für Unschädlichkeit kann daher niemand geben. Die angeknabberten Stellen sehen insbesondere bei dunkler Lasur schnell unschön aus. Auf der sicheren Seite ist man ohne Lack.

Kann ich den Rahmen auch ölen?

Leinöl in einer kleinen Tasse mit Tuch zum ölen
Bio - Leinöl in Speisequalität

Eine Alternative zur Lackierung ist eine Ölung. Vorzugsweise wird Leinöl (am besten in Lebensmittel- und Bioqualität) verwendet. Zu kaufen gibt es auch günstigeres Leinöl zur Möbelölung. Doch werden die Nymphensittiche das Öl nach dem Einzug mit der Zunge aufnehmen. Deshalb sollte man hier nicht sparen.

Leinöl dringt tief ins Holz ein, härtet aus und schützt es so vor Verfärbung.

Leinölfirnis möchten wir dagegen nicht empfehlen. Dieser enthält chemische Verbindungen, die dazu führen, dass das Öl schneller einzieht und trocknet.

Leinöl ist für die Vögel unschädlich und erleichtert die Reinigung.

Holz mit Leinöl ölen

So wird's gemacht:

  1. Das Holz fein schleifen. Eine Körnung von 180 bis 240 ist in Ordnung.
  2. Das Öl satt mit einem sauberen, weichen Tuch oder Pinsel auf das Holz auftragen. Zunächst kann auf der Fläche noch etwas Öl stehen. Es zieht über die Zeit ein. Wo viel Öl aufgenommen wurde, sollte man nachölen.
  3. Nach 2 - 3 Stunden überschüssiges Öl mit einem sauberen Tuch wieder abnehmen.
  4. Vorgang 2- 3 mal wiederholen und nach jeder Ölung erneut leicht anschleifen. So erhält man eine gute Imprägnierung.

Die Ölung kann auch später ab und an wiederholt werden. Vor grünen Stellen schützt diese Variante jedoch nicht immer zuverlässig. Man kann unschöne Stellen jedoch erneut abschleifen und die Stelle neu ölen.

Die mit Öl getränkten Lappen entweder ausgebreitet im Freien trocknen oder in einem Behälter luftdicht verschließen, sonst besteht Brandgefahr durch Selbstentzündung.

Andere Speiseöle

Olivenöl extra virgin
Olivenöl extra native oder extra virgin

Möchte man nicht extra Leinöl kaufen, weil man keine Verwendung für etwaige Reste hat, kann man auch mit anderen Speiseölen arbeiten. Allerdings ziehen diese nicht oder nicht so tief ein und härten auch nicht aus. So könnte man die Voliere z.B. mit echtem Olivenöl (extra native), vorzugsweise in Bioqualität, behandeln.

Einzelne User im Forum berichten allerdings von einem Grauschleier, der sich gebildet hat. Dieser entsteht wahrscheinlich, wenn zu viel Öl auf dem Holz verblieben ist und sich Staub mit dem Öl gemischt hat.

Holzprofis würden daher kein Olivenöl oder anderes Speiseöl verwenden. Eine Voliere wird nach der Ölung und danach zur Reinigung regelmäßig feucht abgewischt, was das Risiko mindern sollte. Manche User verwenden seit Jahren Olivenöl für Sitzbrettchen und haben keine derartigen Probleme. Wer sicher gehen möchte, nimmt dennoch besser Leinöl.

Woran sollte man noch denken?

Schrauben und Verbinder aus Edelstahl

Zur Festigung des Rahmens werden Winkel, Schrauben und andere Verbindungsstücke verwendet. Für die Türen kommen Scharniere und Verschlüsse zum Einsatz. Kann man diese nur so anbringen, dass die Nymphensittiche diese erreichen, sollte man auf Edelstahl setzen, da dies ungiftig ist.

Große Türen

Die Türen sollten so groß sein, dass man zum Putzen bequem in die Voliere hineingehen kann.

Dreckschutz

Im unteren Bereich der Voliere bietet es sich an, einen etwa 50 cm hohen Schutz anzubringen, der verhindert, dass die Einstreu heraus fällt. Dieser kann aus Plexiglas (Hobbyglas), echtem Sicherheitsglas, plexiglasähnlicher fester Folie oder auch Holz bestehen.

Ausflugklappen

Ausflugklappe an einer Holzvoliere

Ausflugklappen werden von Nymphensittichen gerne genutzt. Man sollte sie möglichst hoch, mindestens im oberen Drittel der Voliere platzieren. Bei einem Eigenbau ist dies leicht mit einzuplanen.

Rollen oder Teflongleiter

Rollen an einer Holzvoliere

Für den Halter sind Rollen praktisch. So kann die Voliere leichter bewegt werden. Doch Vorsicht, brutlustige Nymphensittiche nutzen den Abstand zwischen Boden und Voliere gerne als Bruthöhle. Er sollte daher so klein wie möglich gewählt oder verschlossen werden, sobald sie die "Höhle" entdecken, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern.

Füße aus Holz machen ein Verschieben schwierig. Teflongleiter sind hier empfehlenswert. So kann der Abstand zwischen Fußboden und Volierenboden so gering gehalten werden, dass kein Vogel darunter klettern kann.

Hat man Fliesenboden kann man die Voliere auch direkt auf den Fußboden stellen.

Autor: Susi, letztes Update: 12.03.2026